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Masterplan für Roschino Airport in Tjumen

Tjumen wird auch als "russisches Dubai" bezeichnet, denn hier lagern mehr als 64 Prozent der Erdöl- und 91 Prozent der Erdgasvorkommen Russlands. Der Bezirk ist einer der stabilsten, weil reichsten Regionen im Land. Tjumen-Stadt gilt als Kapitale der Mittelschicht, in der das Haushaltseinkommen 30 Prozent über dem russischen Durchschnitt liegt.

Ansgar Fischer, Leiter Masterplanning in der Abteilung Technical Services von HOCHTIEF AirPort, kennt den russischen Markt genau. Roschino Airport in Tjumen, für den HOCHTIEF AirPort kürzlich einen Masterplan erarbeitete, befindet sich in einem soliden Zustand. Dennoch, erklärt Ansgar Fischer, entspreche die Infrastruktur nicht mehr den internationalen Standards und reiche nicht für moderne Maschinen aus. Schließlich möchten die russischen Airlines rasch die veraltete Flotte gegen die neuen, treibstoffsparenden Modelle austauschen. Zudem sollten auch die landseitigen Anlagen instand gesetzt werden.

"In Tjumen erleben wir eine sehr enge, konstruktive Zusammenarbeit mit dem Flughafen Roschino", äußert Ansgar Fischer. Auch der Regierungsbezirk, mit seinen riesigen Erdöl- und -gasvorkommen einer der reichsten im Land, unterstütze die Erneuerung des Airports. Roschino übernimmt eine wichtige Rolle für den Umsteigeverkehr in die nördlichen Gebiete Sibiriens und bedarf deshalb neuer Flugbetriebsflächen und Gebäudeanlagen.

HTA ermittelte schon 2007 in einer Machbarkeitsstudie, dass internationale Sicherheitsvorkehrungen und die Passagiererwartungen an Komfort und Dienstleistungsniveau nur mit einem völlig neuen Terminal erfüllt werden können. Im Folgeauftrag entwickelten die HTA-Experten deshalb schwerpunktmäßig den Passagierterminal. Die erste von drei Ausbaustufen ist für zwei Millionen Reisende konzipiert, der Masterplan insgesamt für zwanzig Jahre.

Ansgar Fischer beschreibt das Design des Malaysiers Hin Tan als "architektonisch lokal, aber mit internationalem Anspruch". Hin Tan hatte schon den neuen Terminal der HTA-Beteiligung in Tirana entworfen. Besonders im Lichtdesign und in den Holzelementen an den Seitenwänden finden sich Reminiszenzen an die Stadt Tjumen. Nachts erstrahlt der Flughafen in blauem Licht, das die Beleuchtung bedeutender Architektur in der Stadt zitiert.

Weil der Flughafen wachsen möchte, bisher aber vorwiegend die entlegenere der zwei Pisten zum Starten und Landen nutzte, hat HTA die dem Terminal zugewandte Bahn in das Verkehrskonzept integriert. Hier steckt noch viel Potenzial, mehr Flugzeuge abzufertigen und zudem durch kürzere Rollwege Zeit und Kerosin zu sparen.

 
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