Masterplan für den Flughafen Riga
Als einer der wenigen Flughäfen Europas zeigt sich Riga International Airport gegen den Branchentrend wachstumsstark. 4,1 Millionen Fluggäste (+ 10,2 Prozent) zählte Riga im Jahr 2009. Für den weiterhin erwarteten Passagieranstieg sind bald mehr Kapazitäten erforderlich. HOCHTIEF AirPort (HTA), die Flughafenmanagementtochter von HOCHTIEF Concessions, erarbeitete deshalb einen Masterplan als Grundlage für die künftige Airport-Entwicklung.
Im November 2008 betraute Riga International Airport HOCHTIEF AirPort mit der Aufgabe, einen Masterplan für einen der am schnellsten wachsenden Flughäfen in Europa zu erstellen. Gesucht war eine Entscheidungsgrundlage für die notwendigen baulichen und operativen Veränderungen vor Ort, ohne die der lettische Hauptstadtflughafen mittelfristig an seine Kapazitätsgrenzen stoßen würde. Zudem hatte er in den vergangenen Jahren viele seiner Ländereien verpachtet oder mittels Konzessionen an dritte Betreiber abgegeben. HOCHTIEF AirPort sollte deshalb für einen Gesamtüberblick über die Instandhaltungs-, Cargo- und Geschäftsflächen sorgen.
In Gesprächen mit zwanzig Anspruchsgruppen am Flughafen von den Airlines über Cargounternehmen bis hin zu Sicherheitsbehörden, Betankungsdiensten und Einzelhändlern ermittelten die HTA-Experten, was im Flughafenbetrieb künftig benötigt wird. Mithilfe dieser Daten konzipierten sie Bedarfsflächen, operative Abläufe und planten den dazugehörigen Kapitaleinsatz.
Der wichtigste Flughafen des Baltikums, der zu einem der führenden in ganz Nordeuropa werden möchte, definierte zwei Planungsphasen für den Masterplan: Die erste Ausbaustufe sieht vor, dass der Flughafen bis zu zehn Millionen Passagiere innerhalb der nächsten 15 Jahre abfertigen kann. Durch Modifikationen im Terminal, zusätzliche Abrollwege an den Landebahnen und größere Vorfelder wird der Flughafen zunächst für bis zu sechs Millionen Passagiere ausgebaut, bevor er die finale Kapazität erreicht. HTA hat hierfür Maßnahmen identifiziert, die mit wenig Aufwand sofort umzusetzen sind und dabei die Servicequalität deutlich verbessern. Dazu gehören zusätzliche Sicherheits- und Passkontrollen, Check-in-Schalter und Gepäckanlagen. Phase 2 soll im nächsten Schritt eine Kapazität von 25 Millionen Fluggästen bereitstellen.
HOCHTIEF AirPort konnte ein Konzept für den Terminalausbau entwickeln, bei dem der Tower erst in der zweiten Phase verlagert werden muss. Alle bisherigen Terminalplanungen des Flughafens hätten dieses zeitaufwändige und teure Unterfangen unverzüglich erfordert.




