CONCESSIONS AG
HOCHTIEF Concessions AG

Herrentunnel Lübeck, Deutschland

In Lübeck stießen zwei Verkehrsadern aufeinander: Die stark befahrene Bundesstraße 104 und der Schifffahrtsweg der Trave. Dies führte zu Verkehrsproblemen, wenn die baufällige Brücke aufgeklappt war. Die Wunschlösung der Hansestadt Lübeck bestand in einem Tunnel, der die Verkehrsbehinderungen beseitigt. Der Bund war jedoch nur in der Lage, die Kosten für eine neue Brücke zu tragen. Für die Mehrkosten, die durch den Tunnelbau entstanden, wurde mit Public-Private-Partnership (PPP) eine alternative Finanzierungsquelle gefunden. Seit August 2005 ist der Tunnel für den Verkehr freigegeben. Die Herrentunnel Lübeck GmbH & Co. KG (HLKG) finanzierte, baute und betreibt den neuen Tunnel als privater Investor. Gesellschafter der HLKG sind HOCHTIEF und ein weiterer Partner zu gleichen Teilen. Die HLKG sorgt für einen reibungslosen Verkehrsablauf und ist für die Wartung der Anlage zuständig. Der Tunnel bleibt so über den gesamten 30-jährigen Konzessionszeitraum voll funktionsfähig. Die HLKG erhält von den Nutzern des Tunnels eine Maut. Damit werden die Differenzkosten zwischen einer Klappbrücke und einem Tunnel ausgeglichen. Nach Ablauf der Konzession im Jahr 2035 wird der Tunnel an die Hansestadt Lübeck übergeben.


Weitere Informationen
Projektdaten im Überblick
  • Auftrag über Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb des Herrentunnel Lübeck in Deutschland
  • Investitionsvolumen des Konsortiums: 78,5 Mio. EUR
  • Konzessionsdauer: 30 Jahre (inkl. Bauzeit)
  • Laufzeit: 2005 bis 2035
  • Konzessionsgeber: Hansestadt Lübeck
  • Beteiligte: HOCHTIEF Concessions über HOCHTIEF PPP Solutions (50%), Bilfinger Berger Project Investments GmbH (50%)
Bau

Die Bauarbeiten am Herrentunnel wurden 1999 aufgenommen und im August 2005 beendet. Der Tunnel besteht aus Einzelbauwerken, die in unterschiedlichen Bauweisen realisiert wurden. Die beiden kreisrunden Röhren des Tunnels haben einen Innendurchmesser von 10,4 Metern und sind jeweils 780 Meter lang. Sie wurden parallel unter der Trave gebohrt.

Der Herrentunnel bietet ein Höchstmaß an Sicherheit. Der Verkehr verläuft begegnungsfrei in zwei getrennten Röhren. Zwei begehbare Rettungsstollen sichern im Notfall eine Flucht in die andere Röhre. Eine Tunnelwarte überwacht die Strecke zusätzlich rund um die Uhr. Besonderheiten des Wasserwegs, wie Belastungen durch die Hafenflächen und die mögliche Havarie eines sinkenden Schiffs direkt über dem Tunnel, wurden bei der Planung berücksichtigt.

Betrieb

Das Investitionsvolumen für den Herrentunnel beträgt insgesamt 78,5 Millionen Euro. Neben Bundeszuschüssen wird es durch Eigenkapital der HLKG sowie Kredite aufgebracht und über Mautgebühren rückfinanziert.

An der Mautstation gewährleisten mehrere Gassen je Richtung eine freie Durchfahrt. In jeder Fahrtrichtung gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Zahlung der Maut: an Automaten, an einer mit Personal besetzten Kasse und mit Bargeld oder Karten.

Bei der automatischen Gebührenerhebung braucht der Verkehrsteilnehmer nicht anzuhalten. Ein im Fahrzeug an der Windschutzscheibe befestigtes Empfangsgerät, die Quick-Box, kommuniziert über Antennen an der Straße mit der Mautstation. So werden die erforderlichen Informationen an die Zentrale übertragen, und vom Guthaben des Fahrzeughalters abgebucht.


Der Herrentunnel in Lübeck ist seit August 2005 für den Verkehr freigegeben.
Die Herrentunnel Lübeck GmbH & Co. KG (HLKG) finanzierte, baute und betreibt den Tunnel als privater Investor. Gesellschafter der HLKG sind HOCHTIEF Concessions und ein Partner zu gleichen Teilen. Im Bild: die Mautstation.
Der Innendurchmesser der Röhren des Herrentunnels beträgt 10,40 Meter.
 
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